STARTSCHUSS FÜR DAS FRAUNHOFER-ZENTRUM DIGITALE ENERGIE

Das Rheinische Revier steht durch den Kohleausstieg vor einem tiefgreifenden Wandel. Speziell auf die Energiewirtschaft und die energieintensive Industrie kommen große Herausforderungen zu. Das Ende der Kohleverstromung, die Kopplung verschiedener Sektoren (z. B. Elektrizität, Wärme, Mobilität…) und die damit verbundene Digitalisierung stellen die Unternehmen vor veränderte Markt- und Rahmenbedingungen. Um diesen Wandel zu meistern und als Zukunftschance zu gestalten, fördern der Bund und das Land NRW den Aufbau des »Fraunhofer-Zentrums Digitale Energie«. Ziel ist es, Grundlagen für technisch zuverlässige, vor Hackerangriffen sichere und wirtschaftlich attraktive digitalisierte Energieinfrastrukturen im Rheinischen Revier zu legen und in den Betrieb zu überführen. Das Zentrum wird vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut FKIE den Instituten IAEW und E.ON ACS der Energietechnik an der RWTH Aachen aufgebaut.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in einer ersten Phase im Rahmen eines Sofortprogramms das »Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie« mit 5,1 Mio. €. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF Thomas Rachel, MdB übergab im Beisein des Oberbürgermeisters der Stadt Aachen Marcel Philipp sowie dem Rektor der RWTH Aachen Prof. Dr. Ulrich Rüdiger und dem Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Ralf Wehrspohn die offiziellen Förderbescheide an die Initiatoren Prof. Dr. Stefan Decker und Prof. Dr. Matthias Jarke vom Fraunhofer FIT. Das »Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie« wurde als eine Erstmaßnahme für den Einstieg in einen erfolgreichen Strukturwandel im Rheinischen Revier ausgewählt. Die Mittel dienen der Anschubfinanzierung eines Neubauvorhabens in Form von Planungs- und Vorbereitungsaufgaben, ersten Investitionen in technische Ausstattung sowie der Entwicklung von Weiterbildungsmaßnahmen. Des Weiteren ist das »Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie« als priorisierte Maßnahme des Bundes namentlich in das Strukturstärkungsgesetz integriert, wodurch die Weichen für eine spätere Ausfinanzierung einer Infrastruktur zur Unterbringung von mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestellt sind.

Laut Prof. Dr. Matthias Jarke bündelt das »Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie« die Expertise von renommierten RWTH Lehrstühlen der Energietechnik und Informatik (RWTH Aachen) mit tiefem Wissen über Digitalisierung und deren Finanzmanagement (Fraunhofer FIT) sowie IT-Sicherheit (Fraunhofer FKIE). Das Zentrum adressiere gezielt drei Säulen: »Forschung und Entwicklung« neuer Technologien und Geschäftsmodelle, »Aus- und Weiterbildung« zur Gewinnung qualifizierten Personals sowie »Testen und Prüfen« zur Sicherstellung der Integrierbarkeit von Forschungsergebnissen in Produkte und Dienstleistungen. Prof. Dr. Stefan Decker betonte, dass durch die Integration eines unabhängigen 10.000 Volt-Verteilnetzes die Entwicklung von IT-Sicherheits- oder Digitaltechnologien für zukünftig digitalisierte Energieversorgungssysteme im realen System beherrschbar gestalten und testen kann. Dies wäre direkt innerhalb der kritischen Infrastrukturen der Energieversorgung nicht möglich. Somit schafft das Fraunhofer-Zentrum eine in seiner Art einmalige Praxisnähe bei Forschung, Entwicklung und Ausbildung.

Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel betonte bei der feierlichen Übergabe der Förderbescheide: »Die Digitalisierung ist ein zentraler Enabler für eine erfolgreiche Energiewende. Mit dem Fraunhofer-Zentrum für Digitale Energie helfen wir unseren Unternehmen dabei, innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle aufzubauen sowie qualifiziertes Personal zu erschließen. Indem es Wissenschaft und Wirtschaft in anwendungsnahen Forschungsfeldern zusammenbringt, wird das Zentrum in die ganze Region ausstrahlen. Damit leistet die Förderung einen wichtigen Beitrag, um den Strukturwandel im Rheinischen Revier hin zu einer Energieregion der Zukunft zu einer echten Erfolgsgeschichte zu machen«.

Laut dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp bietet das Vorhaben alle Voraussetzungen, um eine Sogwirkung für das Rheinische Revier im Bereich der Fach- und Nachwuchskräfteentwicklung herzustellen: »Durch seine attraktiven, zukunftssicheren Studienangebote adressiert das Fraunhofer-Zentrum über sein Weiterbildungsprogramm die qualifikatorische Neuausrichtung von Beschäftigten in der Region. Es begegnet den Themen Fachkräftemangel und Binnenwanderungssaldo und bietet Bürgern und Wirtschaft langfristige, attraktive Perspektiven.«

Auch Prof. Dr. Ulrich Rüdiger (Rektor der RWTH Aachen) sowie Prof. Dr. Ralf Wehrspohn (Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft) begrüßten den Aufbau des Fraunhofer-Zentrums in Aachen ausdrücklich und unterstrichen die Wichtigkeit der Maßnahme für die Region und darüber hinaus. Die Kombination aus Förderung einer eigenen, abgesicherten Gebäudeinfrastruktur aus Kohlekommissionsmitteln mit der nachhaltigen Bündelung der Stärken von Fraunhofer und der RWTH schafft einen europaweit einmaligen und sofort einsatzfähigen Forschungs-, Erprobungs- und Ausbildungsleuchtturm.

© Fraunhofer / RWTH Aachen

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